Nicht nur der Bau von Häusern oder anderen Gebäuden ist in der NÖ Bauordnung geregelt. Vielmehr unterliegt jede bewilligungs- und anzeigepflichtige Bautätigkeit und jedes Bauwerk der NÖ-Bauordnung sowie NÖ-Bautechnikverordnung, wenn

• das Bauwerk mit dem Boden kraftschlüssig verbunden ist und
• zur fachgerechten Herstellung des Bauwerkes ein wesentliches Maß an bautechnischen Kenntnissen erforderlich ist.

Der Begriff "Bauwerk" umfasst sowohl Gebäude als auch sonstige ober- und unterirdische bauliche Anlagen.

ABER: Nicht für alle Bauwerke nach der NÖ Bauordnung ist eine Baubewilligung erforderlich.

Das Gesetz unterscheidet folgende verschiedene Arten:

1. Bewilligungs-, anzeige- und meldefreie Vorhaben

In der NÖ Bauordnung sind solche Vorhaben, welche bewilligungs-, anzeige- und meldefrei sind, beispielhaft aufgezählt:

Diese wären etwa:
 
•    Auf- oder Herstellung von Wasserbecken mit einem Fassungsvermögen bis zu 50 m3.
•    Instandsetzung von Bauwerken, wenn - die Konstruktions- und Materialart beibehalten sowie - Formen und Farben von außen sichtbaren Flächen, nicht verändert werden.
•    Abänderungen im Inneren des Gebäudes, die nicht die Standsicherheit und den Brandschutz beeinträchtigen
•    Aufstellung von Einzelöfen oder Herden
•    Aufstellung von Wärmepumpen
•    Errichtung und Aufstellung von Gartengrillern, Hochständen und Spielplatzgeräten.

2. Meldepflichtige Vorhaben

Folgende Bauvorhaben sind binnen 4 Wochen nach Fertigstellung der Baubehörde schriftlich zu melden.
1. die ortsfeste Aufstellung und die Entfernung von Klimaanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 12 kW in oder in baulicher Verbindung mit Gebäuden, ausgenommen jener, die nach § 15 Abs. 1 Z 5 anzeigepflichtig sind;
2. der Austausch von Klimaanlagen nach Z 1, wenn die Nennleistung verändert wird;
3. die Aufstellung von Heizkesseln für gasförmige Brennstoffe mit einer Nennwärmeleistung von nicht mehr als 50 kW, welche an eine über Dach geführte Abgasanlage angeschlossen sind;
4. die Aufstellung von Öfen, ausgenommen jene in Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen sowie in Reihenhäusern (§ 17 Z 6);
5. der Abbruch von Bauwerken, soweit sie nicht unter § 14 Z 8 und § 15 Abs. 1 Z 6 fallen.

3. Anzeigepflichtige Vorhaben

Folgende, beispielhaft angeführte Bauvorhaben, sind 8 Wochen vor dem Beginn ihrer Ausführung der Baubehörde schriftlich anzuzeigen.
• Aufstellung von Gerätehütten und Gewächshäusern mit einer Grundrissfläche bis zu 10 m² und einer Gebäudehöhe bis zu 3 m, wenn bereits ein derartiges Objekt auf dem Grundstück bzw. der Parzelle besteht.
• Aufstellung von Wärmeerzeugern von Zentralheizungsanlagen
• Abbruch von Bauwerken in Schutzzonen, die nicht an Nachbarbauwerke angebaut sind
• Aufstellung von Pergolen, Telefonzellen oder begehbaren Folientunnels
• Errichtung eines Carports, wenn die Zustimmung der betroffenen Nachbarn vorliegt
• Errichtung von Funksendeanlagen außerhalb von Ortsgebieten
• Herstellung von Hauskanälen
Diese und einige weitere Vorhaben sind, wie bereits erwähnt, 8 Wochen vor ihrer Ausführung bei der Baubehörde anzuzeigen. Dieser Anzeige sind zumindest Skizze und Beschreibung in zweifacher Ausfertigung anzuschließen. Bei der Aufstellung eines Wärmeerzeugers ist darüber hinaus noch die Kopie eines Prüfberichtes über die Erfüllung der an einen Heizkessel gestellte Anforderungen anzuschließen.

4. Bewilligungspflichtige Bauvorhaben

Einer Baubewilligung bedürfen unter anderem nachstehende Bauvorhaben:

• Neu- und Zubauten von Gebäuden
• Errichtung baulicher Anlagen (z.b. Werbeanlagen,.......)
• Abänderung von Bauwerken
• Errichtung eines Carports, wenn die Zustimmung der betroffenen Nachbarn nicht vorliegt
• Lagerung brennbarer Flüssigkeiten von mehr als 1000 Liter außerhalb gewerblicher Betriebsanlagen.
• Abbruch von Bauwerken, die an Bauwerke an Nachbargrundstück angebaut sind.
• Veränderung der Höhenlage des Geländes, sofern sich diese auf die Berechnung der Höhe von Gebäuden auswirkt.

Folgende Unterlagen müssen mit dem schriftlichen Ansuchen um Erteilung der Baubewilligung der Baubehörde vorgelegt werden:

• Baupläne und Baubeschreibung in dreifacher Ausfertigung.

Diese sind vom Bauwerber, dem Grundeigentümer (bei mehreren - von der anteilsmäßigen Mehrheit der Miteigentümer) und den hierzu befugten Planverfasser zu unterfertigen.

• Ein höchstens 6 Monate alter Grundbuchsauszug.
• Erforderlichenfalls ein Energieausweis.

Formular: Baubewilligung