Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges und wunderschönes Ereignis, aber auch mit einigen Formalitäten verbunden. Dieses Informationsblatt soll Ihnen als Wegweiser bei den wichtigsten Erledigungen für Sie und Ihr Kind dienen.

Mutter-Kind-Pass:
Der Mutter-Kind-Pass ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, die darin vorgesehenen Untersuchungen und Befunde sind jedoch wichtige Vorsorgen für Mutter und Kind.

Hinweis:Der Mutter-Kind-Pass sollte noch vor der 16. Schwangerschaftswoche angefordert werden.
Sie erhalten Ihren Mutter-Kind-Pass bei dem Gynäkologen oder der Gynäkologin, bei dem praktischen Arzt oder der praktischen Ärztin, im Gesundheitsamt, in den Fachambulatorien der Gebietskrankenkasse, in den Ambulanzen von Krankenanstalten mit geburtshilflichen Abteilungen und in den Schwangerenberatungsstellen.

Achtung:
Für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld sind die Muter-Kind-Pass-Untersuchungen bis zum Ende des 18. Lebensmonats des Kindes nachzuweisen, da ansonsten ab dem 21. Lebensmonat des Kindes nur das halbe Kinderbetreuungsgeld gebührt.

Wenn Sie berufstätig sind:
Verständigen Sie Ihren Dienstgeber von der Schwangerschaft. Erst mit der nachweislichen Verständigung (mittels ärztlichem Attest) beginnen die Rechte der werdenden Mutter (Kündigungsschutz, Mutterschutz). Nähere Auskünfte erhalten Sie beim Arbeitsmarktservice, der Arbeiterkammer, der Gewerkschaft oder beim Dienstgeber.

Während der Schutzfrist (8 Wochen vor und nach der Geburt) besteht absolutes Beschäftigungsverbot. Um das Wochengeld zu beziehen, senden Sie vor Beginn der Schutzfrist folgende Unterlagen an die Krankenkasse:

  • Arztbestätigung über Beginn der Schutzfrist
  • Arbeits- und Lohnbestätigung des Dienstgebers
  • Spätestens in der 12. Woche vor dem errechneten Geburtstermin müssen Sie dem Dienstgeber eine ärztliche Bestätigung über den Beginn der Schutzfrist vorlegen.

Nach der Geburt ist der Krankenkasse eine

  • Aufenthaltsbescheinigung des Krankenhauses und eine
  • Geburtsbestätigung des Standesamtes zu übermitteln.

Das Antragsformular für das Kinderbetreuungsgeld erhalten Sie mit der letzten Abrechnung des Wochengeldes.

Geburtsvorbereitung:
Wollen Sie sich bewußt auf die Geburt vorbereiten, so haben Sie die Möglichkeit die Schwangerschaftsbetreuung im Krankenhaus zu besuchen. Angeboten werden Geburtsvorbereitungs- und Gymnastikkurse. Wenden Sie sich an die Geburtshilfeabteilung des Krankenhauses, Sekretariat, Tel. 02622 / 321 - 2446

Willkommensgeschenk für Neugeborene:
Die Stadt Wiener Neustadt heißt Ihr Kind mit Gutscheinen der Babyabteilungen von Lutz und Leiner/Kika im Wert von EUR 40,-- sowie mit einem kleinen Holzspielzeug willkommen.

Mutter- und Vaterberatung:

Die Stadt Wiener Neustadt bietet Mutter- und Vaterberatung im Neuen Rathaus, Neuklosterplatz 1 an. Unsere Beratungsstelle ist mit dem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Dr. Raimund Vogt und Frau Ulrike Biener besetzt. Sie werden gerne in Fragen der Entwicklung, Ernährung, Pflege und Erziehung Ihres Kindes sowie der Vorbeugung von Krankheiten beraten.

Formalitäten nach der Geburt:
Die Geburtsurkunde wird vom Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Kind geboren wurde, ausgestellt. Bei unehelichen Kindern sind Geburtsurkunden, Staatsbürgerschaftsnachweis und Meldezettel der Mutter, eventuell Scheidungsurteil vorzulegen; bei ehelichen Kindern Heiratsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweise und Meldezettel der Eltern.

Mit der Geburtsurkunde melden Sie Ihr Kind bei der Bürgerservicestelle (im Neuen Rathaus der Stadt Wiener Neustadt, Neuklosterplatz 1) an. Weiters können Sie den NÖ. Familienpass beim Referat Sozialservice, Neuklosterplatz 1, 1. Stock, Zimmer 131, erhalten und direkt an dei NÖ Landesregierung senden.

Beim Finanzamt sind folgende Anträge zu stellen:

  • Familienbeihilfe (bei behindertem Kind – erhöhte Familienbeihilfe): Geburtsurkunde des Kindes, Meldezettel des Kindes und Antragstellers, Antragsformular. Vorrangig hat die Mutter Beihilfenanspruch!

Das Kinderbetreuungsgeld müssen Sie nach der Geburt des Kindes bei Ihrer zuständigen Krankenkasse beantragen; Erkundigen Sie sich bezüglich Dauer des Bezuges des Kinderbetreuungsgeldes, Inanspruchnahme durch die Mutter und / oder durch den Vater bei Ihrer Krankenkasse.

NÖ. Familienhilfe:
Die NÖ Familienhilfe kann für Kinder Kinder von 0-3 Jahren bei einem geringen Familieneinkommen beantragt werden. Antragsformulare erhalten Sie beim Referat Sozialservice, Neuklosterplatz 1, 1 Stock, Zimmer 131, Detaillierte Informationen erhalten Sie beim Familienreferat des Amtes der NÖ Landesregierung (Telefon: 02742 / 9005 - 13465 oder 13468). 

Unverheiratete Mütter und Väter:
Jede Mutter hat, sofern sie nicht minderjährig oder besachwaltert ist, die Obsorge für ihr unehelich geborenes Kind und ist somit selbst für die Erledigung aller Angelegenheiten betreffend ihres Kindes verantwortlich. Unter Obsorge versteht man die gesetzlich Vertretung, Vermögensverwaltung, Pflege und Erziehung eines/einer Minderjährigen. Kinder minderjähriger, nicht-verheirateter Mütter werden von Gesetzes wegen durch die zuständige Kinder- und Jugendhilfe vertreten.

Die unverheiratete Mutter hat als gesetzliche Vertreterin ihres neu geborenen Kindes für die Festlegung der Vaterschaft zu sorgen. Der leibliche Vater des Kindes kann die Vaterschaft bei der Kinder- und Jugendhilfe, beim Standesamt, Bezirksgericht oder bei jedem öffentl. Notar anerkennen. Der Vorteil des Vaterschaftsanerkenntnisses beim Standesamt: Sie können direkt im Anschluss an das Vaterschaftsanerkenntnis die Entscheidung über den Familiennamen treffen, die Geburtsurkunde lösen, die Obsorge regeln. Erforderliche Dokumente: Geburtsurkunde, Meldebestätigung des Kindes; Geburtsurkunde, Meldebestätigung Staatsbürgerschaftsnachweis, Personalausweis der Kindeseltern. Zur Schaffung des Unterhaltstitels ist zusätzlich ein Einkommensnachweis des Vaters erforderlich.

Auf Wunsch der Mutter kann das Referat Kinder- und Jugendhilfe

  • die Feststellung der Vaterschaft
  • die Festsetzung des Kindesunterhalts 
  • die Durchsetzung des Unterhaltsanspruchs übernehmen.

Unterstützungen des Arbeitsmarktservices: 

Für Mutter, deren Kinder nach dem 1. Jänner 2002 geboren sind, gibt es die Möglichkeit, Notstandshilfe beim Arbeitsmarktservice zu beantragen. Genaue Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Arbeitsmarktserivce.

Die Kinderbetreuungsbeihilfe können Sie beim Arbeitsmarktservice vor Antritt einer Beschäftigung oder Ausbildung beantragen. Die Kosten, die durch die Unterbringung (z. B. Kindergruppe, Kindergarten, Tagesmutter, Hort) ihres Kindes entstehen, können bis zu einem bestimmten Betrag ersetzt werden. Genaue Informationen erhalten Sie ebenfalls bei Ihrem zuständigen Arbeitsmarktservice.

Das Team des Referates Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wiener Neustadt wünscht Ihnen alles Gute und steht Ihnen mit Beratung und Unterstützung gerne zur Verfügung.
Sie erreichen uns von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr im Neuen Rathaus, Neuklosterplatz 1, 1. Stock, Tel. 373 - 705 (Sekretariat).